Konjunkturausblick

Steht eine Kehrtwende bevor?

Das weltweite Wirtschaftswachstum nähert sich entweder seinem nachfragebasierten Höhepunkt oder befindet sich im Anfangsstadium einer angebotsbasierten Neubelebung. Wir möchten Ihnen gerne unsere Sicht der Dinge darlegen und mit Ihnen unsere Beurteilung und Portfoliopositionierung teilen.

Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Rezession ist sehr gering, wenn die Finanzlage günstig ist und Ungleichgewichte im heimischen Privatsektor eine Seltenheit sind. Das synchrone weltweite Wirtschaftswachstum, das sich voriges Jahr beschleunigt hat, wird im Juni daher aller Voraussicht nach in sein zehntes Jahr gehen und höchstwahrscheinlich über unseren zyklischen Horizont von sechs bis zwölf Monaten bestehen bleiben.

Während praktisch sicher ist, dass 2018 das Wachstum stabil bleiben wird, sind die Gründe für den stärkeren Aufschwung weniger gewiss: Handelt es sich nur um einen konjunkturellen Zuckerrausch, der durch eine günstige Finanzlage, eine fiskalpolitische Expansion in den USA und eine Erholung in vielen Schwellenländern verstärkt wird? Oder sind wir Zeugen des Anfangsstadiums einer angebotsbasierten Neubelebung der Produktivität, die zu einem höheren Trendwachstum führt und von niedrigeren Grenzsteuersätzen und Deregulierung gestützt wird? Anders ausgedrückt: Ist dies der Anfang vom Ende des weltweiten Wirtschaftswachstums … oder der Neuen Neutralität?

Natürlich haben die beiden Szenarien äußerst unterschiedliche Auswirkungen auf das Bestehen des weltweiten Wirtschaftswachstums über das Jahr 2018 hinaus sowie auf die Inflation und die Geldpolitik und damit auch auf die Finanzmärkte. Während wir an unserem Basisszenario festhalten, das davon ausgeht, dass das zurzeit stabile Wirtschaftswachstum mehr nachfragebasiert und zyklischer Natur als angebotsbasiert ist, darf im Rahmen eines sorgfältigen Portfolioaufbaus die hohe Unsicherheit im Zusammenhang mit dieser zentralen Frage nicht außer Acht gelassen werden.

Das Goldlöckchen-Szenario hält an, jedoch zeichnet sich ein Spitzenwachstum ab.

Als zu Monatsbeginn die weltweiten Anlageexperten von PIMCO im Rahmen des vierteljährlichen Cyclical Forum zusammenkamen, stellte sich die aktualisierte Prognose unseres makroökonomischen Teams über das anhaltend synchrone überdurchschnittliche Wachstum und die über den zyklischen Horizont leicht ansteigende Inflation schnell als unser wichtigstes Thema heraus. Während es in Konjunkturumfragen einige Anzeichen dafür gibt, dass der Welthandel und der Fertigungszyklus unter Umständen bereits zum Jahreswechsel ihren Höhepunkt erreichten, und obwohl bei den Anlagepreisen im Februar ein kurzlebiger Volatilitätsanstieg festzustellen war, legen eine nach wie vor günstige Finanzlage und fiskalpolitische Unterstützungsmaßnahmen nahe, dass die Gerüchte um ein abruptes Ende des Goldlöckchen-Szenarios übertrieben sind.







Im Vergleich zu unseren Dezember-Prognosen gehen wir nun für 2018 von einem etwas höheren BIP-Wachstum in den USA, der Eurozone, dem Vereinigten Königreich und China aus, während wir unsere Prognosen hinsichtlich Mexiko und Indien gesenkt haben. Dadurch dürfte sich, wie wir bereits im Dezember angenommen hatten, 2018 das Nettowachstum der Weltwirtschaft in einer Spanne von 3,0% bis 3,5% bewegen, gegenüber einem Wachstum von rund 3,25% im Jahr 2017.

Unsere Inflationsprognosen sind aufgrund der höheren Ölpreise leicht gestiegen; wir gehen jedoch weiterhin davon aus, dass sowohl die Gesamt- als auch die Kerninflation in den USA, in der Eurozone und in Japan am Jahresende (knapp, im Falle der USA) unter ihren Zielmarken liegen werden.

Es ist darauf hinzuweisen, dass unsere positiven Wachstums- und Inflationsprognosen dem Konsens weitgehend entsprechen (weitere Einzelheiten zu den jeweiligen Regionen finden Sie im Abschnitt über unsere regionalen Prognosen) und auch in den Anlagepreisen eskomptiert zu sein scheinen. Das bedeutet, dass es möglicherweise nur wenig Raum für Fehler gibt, wenn das Wirtschaftswachstum negativ oder die Inflation positiv überraschen würden – ein weiterer Grund für eine relativ vorsichtige Portfoliopositionierung.

US-Politik: Dr. Jekyll oder Mr. Hyde?

Da wir uns auf dem Forum recht schnell über den Konjunkturausblick für Wachstum und Inflation einig waren, wendeten wir uns zügig den weniger wahrscheinlichen, jedoch mit weitreichenderen Folgen behafteten positiven und negativen Extremrisiken für die Märkte und die Wirtschaftslage zu, die von der aktuellen politischen Agenda der Trump-Regierung ausgehen. Libby Cantrill, Head of Public Policy bei PIMCO, und unser Berater Gene Sperling, ehemaliger Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats (National Economic Council, NEC) unter Präsident Bill Clinton und Präsident Barack Obama, lösten eine breitere Debatte aus, als sie über die politische Agenda nach der Steuerreform und der Haushaltseinigung, insbesondere über Infrastrukturmaßnahmen – das mögliche positive Extremrisiko – und die Handelspolitik – das mögliche negative Extremrisiko –, diskutierten.

Die Regierung sieht vor, dass sich der Staat mit 200 Milliarden US-Dollar am Infrastrukturplan beteiligt, während die Bundesstaaten, die Kommunen und private Investoren 1,3 Billionen US-Dollar beisteuern sollen. Das sticht zwar ins Auge, aber wir kamen zu dem Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass das Infrastrukturpaket über unseren zyklischen Horizont betrachtet vom US-Kongress verabschiedet wird. Außerdem war unser Kommunalanleihenteam der Ansicht, dass, sollte das Infrastrukturpaket verabschiedet werden, der Anteil der Bundesstaaten, die den Großteil der Infrastrukturausgaben in den USA tragen, deutlich geringer ausfallen dürfte als im Infrastrukturplan vorgesehen, da viele Bundesstaatskassen nur einen geringen fiskalpolitischen Spielraum zulassen.

Im Hinblick auf die Handelspolitik dürften unseres Erachtens die Auswirkungen der umfassenden Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium, die von Präsident Donald Trump zu Monatsbeginn angekündigt wurden, weiter gemindert werden: Wichtige Handelspartner wie Kanada und Mexiko wurden bereits von den Zöllen ausgenommen, und wir rechnen damit, dass weitere Länder als Gegenleistung für Zugeständnisse in anderen Bereichen ebenfalls ausgenommen werden. Darüber hinaus dürften mögliche Strafzölle vonseiten Europas und anderer Länder nach WTO-Richtlinien rechtens sein und, so wie die Stahl- und Aluminiumeinfuhrzölle, nur einen kleinen Teil des Gesamthandels betreffen.

Mehr Anlass zur Sorge gäben umfassendere protektionistische Maßnahmen gegenüber China im Bereich der Rechte am geistigen Eigentum nach Section 301, die zurzeit in Planung sind. Unsere China-Analysten gehen jedoch nicht davon aus, dass China auf harsche Weise darauf reagieren und so einen Handelskrieg auslösen wird, sondern rechnen mit deeskalierenden Schritten und weiteren Verhandlungen vonseiten des Landes.

Insgesamt kamen wir zu dem Schluss, dass zwar sowohl die positiven als auch die negativen Extremrisiken der US-Politik beobachtet werden sollten, sie aber keine großen kurzfristigen (positiven wie negativen) Überraschungen bergen dürften, die unser zyklisches Basisszenario in hohem Maße ändern.

Schwellenländer: Wie viel Spielraum gibt es?

Da sich nun die Erholung von dem deutlichen Abschwung beziehungsweise der tiefen Rezession (im Falle von Brasilien und Russland) stabilisiert hat, ist die weitere Entwicklung der Schwellenländer ein zusätzliches zentrales Thema für Anleger. Pramol Dhawan und Lupin Rahman aus unserem Portfoliokomitee für Schwellenländer sowie unser Berater, Nobelpreisträger Michael Spence, unterstützten uns bei der Analyse der Best- und Worst-Case-Szenarien für Schwellenländervolkswirtschaften und -anlagemärkte.

Die Voraussetzungen für eine weitere überdurchschnittliche Entwicklung der Schwellenländer sind ein erwarteter abermaliger Anstieg des Wachstumsgefälles zwischen Schwellen- und Industrieländern, das Auftreten neuer Wachstumstreiber – insbesondere im Konsumsektor – als Ersatz für den Rohstoff-Superzyklus, die strukturelleren Elemente des Inflationsrückgangs sowie die nunmehr viel geringeren externen Ungleichgewichte.

Vor diesem Hintergrund stellen wir fest, dass die zyklische Erholung in den Schwellenländern unter Umständen weiter vorangeschritten ist als weithin gedacht: Das potenzielle Wachstum verlangsamt sich aufgrund der sich verschlechternden demografischen Entwicklung, der politische Handlungsspielraum für weitere Anreize ist nun kleiner, politische Risiken sind im Überfluss vorhanden, da bei Wahlen in wichtigen Schwellenländern wie Mexiko und Brasilien populistische Kandidaten antreten werden, die in den Umfragen vorne liegen, und externe Bedingungen können gegebenenfalls weniger günstig werden, wenn Industrieländer sich von geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen verabschieden und protektionistische Maßnahmen zunehmen.

Alles in allem bleibt unser makroökonomisches Basisszenario für die Schwellenländer vorsichtig optimistisch; wir behalten die Risiken und die Tatsache, dass die Bewertungen nun weniger attraktiv sind, jedoch im Hinterkopf.

Unsere These zur Neuen Neutralität steht auf dem Prüfstand.

Im Rahmen der allgemeinen Diskussion nach unseren Sitzungen zu diesen spezifischen und heiklen Themen befassten wir uns umgehend auch mit der Frage, ob unsere seit langer Zeit bestehende Neue-Neutralitäts-These niedriger Gleichgewichtszinsen (r*), die durch das Zusammentreffen eines geringen Produktivitätswachstums, eines historisch unterdurchschnittlichen Kreditwachstums, eines anhaltenden Ungleichgewichts zwischen Sparen und Anlagen (aufgrund von demografischen Gründen, steigender Ungleichheit und neuen Kapitalspartechnologien) mit einem hohen Verschuldungsgrad verursacht wurden, weiterhin die Richtschnur für unseren Anlageansatz sein soll. Um dies mit Sicherheit beantworten zu können, befassen wir uns mit diesem langfristigen Thema eingehend auf unserem nächsten Secular Forum im Mai. Da jedoch die Märkte und wahrscheinlich auch die Zentralbanken angesichts des beschleunigten globalen Wachstums und des Wandels hin zu fiskalpolitischer Expansion mit höheren Gleichgewichtszinsen liebäugeln, ist die Relevanz dieser langfristigeren Frage selbst für den Konjunkturausblick offensichtlich.

Während wir insgesamt zuversichtlich bleiben, dass die Erwartungen im Hinblick auf niedrige Leitzinsen – im Vergleich zur alten Normalität vor 2008 – bestehen bleiben werden, berücksichtigten wir sowohl einen unsichereren Konjunkturausblick als auch die langfristige Frage, ob die auf die Krise folgende Erholung und die Möglichkeit eines steigenden Produktivitätswachstums eine anhaltende Erhöhung der Gleichgewichtszinsen bedeuten könnten. Gleichwohl bleibt zehn Jahre nach dem Ausbruch der globalen Finanzkrise die bestehende Verschuldung des öffentlichen und des Privatsektors in der Weltwirtschaft auf einem Rekordhoch. Wir sind weiterhin der Meinung, dass trotz der Erholung nach der Krise die Volkswirtschaften niedrigere Zinsen als in der Zeit vor der Krise benötigen, um ihr Wachstum aufrechtzuerhalten. Die demografischen Faktoren, die den neutralen Zins beeinträchtigen, haben sich nicht verändert, und alles in allem haben wir nicht den Eindruck, dass sich die temporären Folgen der US-Steuersenkungen nachhaltig auf die Wirtschaft auswirken.

Während der Ausblick mehr Unsicherheiten aufweist und wir unsere früheren Ergebnisse immer wieder überprüfen müssen, sehen wir die Neue Neutralität – das heißt die Erwartung eines neutralen Realzinses von 0% bis 1% in den USA – als einen geeigneten Rahmen und Anker für Anleihenbewertungen. Vor diesem Hintergrund glauben wir, dass im kürzlichen Anstieg der Renditen die späte Phase der fiskalpolitischen Expansion und der damit in Zusammenhang stehende Angebotsschock bei US-Staatsanleihen größtenteils eingepreist waren. Auch wenn in Bezug auf die globalen Renditen einige Aufwärtsrisiken bestehen bleiben und wir die Untergewichtung in der Duration voraussichtlich beibehalten werden, glauben wir nicht, dass wir uns am Ausgangspunkt eines langfristigen Bärenmarkts für Anleihen befinden. Bei einer Umfrage unter Teilnehmern des Forums gingen, bis auf ein paar wenige, alle davon aus, dass sich die zehnjährigen US-Staatsanleihen dieses Jahr im Einklang mit dem Rahmenkonzept der Neuen Neutralität in einer Spanne von 2,5% bis 3,5% bewegen dürften.

Der neutrale Leitzins ist selbstverständlich ein Anker und keine Unter- oder Obergrenze. In diesem Zusammenhang hat die fiskalpolitische Expansion in einer so späten Phase des Konjunkturzyklus den Unsicherheitsfaktor im Ausblick drastisch erhöht und die Aufgaben des neuen Fed-Vorsitzenden Jerome Powell deutlich erschwert. Die Steuersenkungen und die hurrikanbezogenen Ausgaben haben die Chancen einer Überhitzung der US-Wirtschaft zu einer Zeit, zu der die Arbeitslosenquote bereits sehr niedrig ist, erhöht. Die Fed wird gegebenenfalls handeln müssen, indem sie den Leitzins über "neutral" auf komplett "restriktiv" anhebt, und der Markt wird dies auf alle Fälle einpreisen. Während unsere Prognosen davon ausgehen, dass sich die US-Inflation dem bevorzugten PCE-Zielwert von 2% nähert, stiegen die Aufwärtsrisiken durch den fiskalpolitischen Impuls in der späten Phase des Konjunkturzyklus an. Wir rechnen in dieser Phase jedoch eher mit einer kurzfristigen zyklischen Überreaktion als mit einem umfassenden langfristigen Wandel.

Dies wird durch unsere Erwartung, dass es in den USA im Laufe unseres langfristigen Horizonts von drei bis fünf Jahren zu einer Rezession kommen dürfte, untermauert. Eine Rezession wird umso wahrscheinlicher, je mehr sich die Fed durch die fiskalpolitische Expansion veranlasst sieht, ihre Geldpolitik aggressiver als angenommen zu straffen. Der neutrale Zins und die Obergrenze des US-Tagesgeldsatzes sind nicht dasselbe. Es ist wahrscheinlich, dass im historischen Vergleich die USA die nächste Rezession mit recht eingeschränkten Kapazitäten im Hinblick auf konventionelle geldpolitische Maßnahmen sowie mit einem hohen Haushaltsdefizit beginnen werden.

Anlagekonsequenzen

Wir richten nach wie vor den Fokus auf Vorsicht, bevorzugen es weiterhin, Alpha mittels Bottom-up-Positionen anstatt mit umfangreichen Top-down-Makro-Risiko-Positionen zu generieren, und bleiben flexibel, um bei sich bietenden Gelegenheiten das Risikobudget zu nutzen. Nach wie vor vertreten wir die Meinung, dass der geldpolitische Straffungskurs der Zentralbanken zu einer höheren Volatilität führen wird, die länger anhalten und sich stärker auswirken wird als die Aktienvolatilitätsspitze im Februar.

In einem Umfeld steigender Volatilität und hoher Bewertungen bevorzugen wir eine vorsichtige Gesamtportfoliopositionierung und versuchen, Carry durch verschiedene Quellen zu generieren, ohne uns direkt auf das Unternehmensanleihenrisiko zu stützen. Unser Ziel ist es, vorbereitet und flexibel zu sein.

Duration

Wir werden voraussichtlich eine geringfügige Untergewichtung in der Duration beibehalten. Unseres Erachtens ist bei der Erhöhung der Realzinsen in den USA das stark gestiegene Angebot an US-Staatsanleihen weitgehend eingepreist. Aufgrund des unsichereren Ausblicks und des Risikos, dass die Märkte mit einer höheren Inflation liebäugeln (auch wenn unsere Prognose anders aussieht), ist es sinnvoll – wie wir bereits oben erläutert haben –, die Untergewichtung in der Duration beizubehalten und bei den aktuellen Bewertungen weiterhin auf einen gemäßigt steileren Verlauf der Kurve mit einer Untergewichtung am langen Ende der Kurve ausgerichtet zu sein.

Wir werden unsere geringfügige Übergewichtung in TIPS (Treasury Inflation-Protected Securities) wahrscheinlich beibehalten, die vernünftige Bewertungen aufweisen und eine praktische Absicherung im Falle eines Inflationsanstiegs in den USA darstellen.

Wir betrachten eine untergewichtete Durationsposition in Japan angesichts einer im Laufe der Zeit möglichen Änderung der Renditekurvenkontrolle und der damit verbundenen Absicherung gegenüber einem unerwartet hohen Anstieg der globalen Renditen, der sich in Japan verzögert widerspiegeln würde, als eine asymmetrische Chance.

Wir gehen nicht davon aus, dass wir zu den aktuellen Preisen ein hohes Engagement in Staatsanleihen der europäischen Peripherieländer aufbauen werden, da der positive Konjunkturausblick durch die Bewertungen, das politische Risiko Italiens und die langfristigen Bedenken hinsichtlich der Widerstandskraft der Eurozone in der nächsten Rezession aufgewogen wird.

Unternehmensanleihen

Wir vermeiden tendenziell generische Investment-Grade- und Hochzins-Unternehmensanleihen und konzentrieren uns stattdessen auf verschiedene kurzfristige Positionen in Unternehmensanleihen und strukturierten Produkten, die sich „biegen, aber nicht brechen“ lassen. Bei den Unternehmensanleihen rechnen wir, basierend auf der Analyse unseres weltweiten Teams aus Kreditportfoliomanagern und Research-Analysten, mit attraktiven Bottom-up-Chancen und Neuemissionen.

Wir sind von Non-Agency-Hypothekenanleihen als Spread-Position nach wie vor stark überzeugt, was auf unserer positiven Einschätzung des US-Immobilienmarkts, ihren defensiven Merkmalen sowie angemessenen Risikoprämien für die Liquidität, die Komplexität und die Unsicherheit über den Zeitpunkt von Kapitalflüssen beruht. Agency-MBS weisen unserer Meinung nach einen vernünftigen Preis auf und stellen neben Unternehmensanleihen eine gute Möglichkeit dar, um Carry zu generieren. Außerdem werden wir sehr selektiv Ausschau nach Chancen bei CMBS (Commercial Mortgage-Backed Securities) und bei durch Unternehmensanleihen besicherten CLOs (Collateralized Debt Obligations) halten.

Schwellenländer

Wir rechnen mit guten Chancen bei Schwellenländeranleihen in Lokal- und Hartwährung. Über unsere speziellen Schwellenländerportfolios hinaus sind wir weiterhin der Auffassung, dass ein diversifizierter Korb aus Schwellenländerwährungen die beste Möglichkeit darstellt, unsere positive Einschätzung gegenüber den Fundamentaldaten der Schwellenländer zum Ausdruck zu bringen und Erträge zu generieren.

Aktien

Was unsere Asset-Allokation betrifft, so sind wir gegenüber US-amerikanischen Aktien im Allgemeinen neutral eingestellt, da der Markt derzeit die erwarteten Steuervorteile nahezu vollständig eingepreist hat, wobei mit einem Anstieg des Gewinns pro Aktie um rund 18% und wenig Raum für einen weiteren Anstieg gerechnet wird. Japan sticht mit Aussichten auf eine Erhöhung des Gewinns pro Aktie von mehr als 20% in diesem Jahr und unserer Ansicht nach relativ günstigen Bewertungen positiv hervor.

Rohstoffe

Wir gehen davon aus, in unseren Asset-Allokation-Portfolios in Rohstoffen leicht übergewichtet zu sein, da diese eigenständige Renditeaussichten aufweisen und potenzielle Diversifikationsvorteile bieten, sollte sich das globale Wirtschaftswachstum beschleunigen und die realisierte Inflation dadurch steigen. Am optimistischsten sind wir gegenüber Energie und Basismetallen eingestellt, da diesen die derzeitige Wachstumsdynamik zugutekommen dürfte.

Regionale Konjunkturprognosen

USA

Für 2018 rechnen wir mit einem über dem Trend liegenden Anstieg des realen BIP von 2,25% bis 2,75%. Durch die Steuersenkungen für Privathaushalte und Unternehmen dürfte das Wachstum 2018 um 0,3 Prozentpunkte zulegen, und die höheren Staatsausgaben infolge der Einigung über den zweijährigen Haushaltsplan dürften für einen Anstieg um weitere 0,3 Prozentpunkte sorgen.

Bei einer Arbeitslosenquote, die wahrscheinlich unter 4% sinken wird, erwarten wir einen gewissen Aufwärtsdruck auf das Lohnwachstum und die Verbraucherpreisinflation, mit einer Kern-Verbraucherpreisinflation, die im Jahresverlauf über 2% steigen dürfte. Die PCE-Kerninflation, an der sich die US-Notenbank bevorzugt orientiert, dürfte ebenfalls von derzeit 1,5% auf 1,8% steigen und einen gewissen Fortschritt in Richtung der Zielmarke von 2% machen.

Unter ihrer neuen Leitung dürfte die Fed wahrscheinlich eine allmähliche Erhöhung der Fed Funds Rate vornehmen, da die Konjunktur langsam Fahrt aufnimmt. Für 2018 rechnen wir mit mindestens drei Zinserhöhungen; sollte das wirtschaftliche und finanzielle Umfeld im Jahresverlauf weiterhin günstig bleiben, ist auch eine vierte Erhöhung denkbar.

Eurozone

Da die Wachstumsdynamik stark und die Finanzlage vorteilhaft ist, erwarten wir, dass das BIP der Eurozone in diesem Jahr um 2,25% bis 2,75%, also mit dem gleichen Tempo wie 2017, wachsen wird. Ein wichtiges Merkmal der derzeitigen Expansion ist, dass die Konjunkturerholung jetzt eine breite Basis in der Region hat und die Wachstumsraten in den einzelnen Mitgliedstaaten weniger weit auseinanderliegen als in früheren Jahren.

Ein weiteres wichtiges Kennzeichen dieser Expansion ist, dass die Kerninflation sehr niedrig war und den Erwartungen zufolge weiterhin sehr niedrig bleiben wird, also im Laufe dieses Jahres nur knapp über den Wert von 1% steigen wird. Die vergangenen Arbeitsmarktreformen und die anhaltenden Wettbewerbslücken zwischen den Mitgliedstaaten halten den Lohndruck in Grenzen, sodass er schwach bleibt. Darüber hinaus wird die Aufwertung des Euros im vergangenen Jahr wahrscheinlich die Verbraucherpreisinflation des Jahres 2018 dämpfen.

Die Politik der EZB bleibt vorerst weiterhin auf Autopilot, und die Anleihenkäufe werden mit monatlich 30 Milliarden US-Dollar (netto) bis September fortgeführt. Unserer Einschätzung nach dürfte das Anleihenkaufprogramm dann, oder ggf. nach einer kurzen Verlängerung bis Dezember, eingestellt werden, wobei die Erträge aus fällig werdenden Anleihen noch für einen längeren Zeitraum neu investiert werden. Mit einer ersten Zinserhöhung rechnen wir frühestens gegen Mitte 2019.

Großbritannien

Unsere über der Konsensprognose liegende Einschätzung eines realen BIP-Wachstums von 1,5% bis 2% in diesem Jahr basiert auf der Erwartung, dass in naher Zukunft der Abschluss eines Übergangsabkommens gelingen wird, um die Trennung des Vereinigten Königreichs von der EU reibungsloser zu gestalten. Wenn dies geschieht, rechnen wir mit einem Wiederanziehen des Wachstums, da sich das Vertrauen verbessern wird und einige aufgeschobene Investitionen der Unternehmen genehmigt werden. Nach sieben Jahren Sparpolitik sehen wir auch ein wenig Spielraum für höhere Staatsausgaben.

Die Inflation dürfte bis Ende 2018 in Richtung des Zielwerts von 2% zurückfallen, da der Importpreiseffekt aus der Abwertung des Britischen Pfunds vom vorigen Jahr schwindet und immer noch keine Anzeichen für Zweitrundeneffekte auf die Verbraucherpreise zu erkennen sind. Wir erwarten, dass die Bank of England (BOE) bei den Zinsanhebungen weiterhin ihren behutsamen Kurs fortsetzen wird, wobei wir im Wesentlichen mit zwei Zinserhöhungen für 2018 rechnen. Diese Prognose geht aber von relativ reibungslosen Verhandlungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU über den Brexit aus. Obwohl das nicht unseren Erwartungen entspricht, ist es bei einem Scheitern der Verhandlungen immer noch möglich, dass die BOE die Zinsen unverändert belässt.

Japan

Unser Basisszenario für Japan sieht eine Fortsetzung des stabilen Wachstums von 1% bis 1,5% für 2018 vor. Die Fiskalpolitik bietet vor der für Ende 2019 geplanten Mehrwertsteuererhöhung weiterhin Unterstützung. Bei einer Arbeitslosenquote von unter 3% und einer sich beschleunigenden Zunahme der (besser bezahlten) Vollzeitstellen wird das Lohnwachstum wahrscheinlich weiter anziehen, was der Kerninflation bei ihrer Beschleunigung in Richtung des Werts von knapp 1% im Laufe dieses Jahres behilflich sein dürfte.

Angesichts des aufwertenden Yen, der einen disinflationären Gegenwind verursacht, und der jüngst ernannten neuen stellvertretenden Gouverneure der Bank of Japan, die für einen gemäßigteren Kurs sorgen, wird die Bank of Japan voraussichtlich nicht vor 2019 mit einer Anpassung ihrer Geldpolitik beginnen.

China

Nachdem die Kredit- und Infrastrukturanreize größtenteils ihren Höhepunkt erreicht haben, erwarten wir für 2018 eine kontrollierte Abschwächung von Chinas BIP-Wachstum von 6,8% im vergangenen Jahr in Richtung des Mittelwerts unserer erwarteten Spanne von 6% bis 7%. Der Fokus des Staates wird wahrscheinlich auf die Kontrolle finanzieller Exzesse, besonders im Schattenbankensystem, und auf eine gewisse fiskalische Konsolidierung, vor allem durch die Lokalregierungen, gerichtet sein.

Wir rechnen mit einem Anstieg der Inflation bei stärkerer Kerninflation und höheren Ölpreisen. Dies dürfte die Chinesische Zentralbank (People’s Bank of China) zur Straffung ihrer Politik durch Erhöhung der Leitzinsen veranlassen, wohingegen die Konsenserwartungen nicht mit Zinserhöhungen rechnen. Wir sind gegenüber der Währung weitgehend neutral eingestellt und erwarten, dass die Behörden die Kapitalflüsse weiterhin streng kontrollieren, um die Volatilität des Wechselkurses gering zu halten.

Autor

Joachim Fels

PIMCO-Chefvolkswirt

Andrew Balls

CIO Global Fixed Income

VERWANDT

Langfristiger Ausblick
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