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Höhere Metallpreise und Zölle lassen US‑Kerninflation steigen

Der Anstieg der Inflation stützt unsere Einschätzung, dass die Fed an ihren allmählichen Zinserhöhungen festhalten wird.

Die US-Verbraucherpreise stiegen im Juli stärker an als erwartet. Dies stützt unsere Einschätzung, dass die Fed mit ihrer allmählichen Erhöhung der Leitzinsen zumindest vorerst fortfahren wird.

Aus den Zahlen des US-Verbraucherpreisindex für Juli geht hervor, dass die Inflation bei Kernwaren auf Jahresbasis von 2,3% im Juni auf 2,4% angezogen hat, da Unternehmen möglicherweise bereits damit begonnen haben, die gestiegenen Kosten für Industriemetalle und Kraftstoffe an die Verbraucher weiterzugeben. Preiserhöhungen vor der potenziellen Einführung von Strafzöllen könnten ebenfalls zur Beschleunigung der Kerninflation beigetragen haben. Die Preise für Verbraucherdienstleistungen, einschließlich Mieten, die für gewöhnlich empfindlicher auf die Binnenkonjunktur reagieren, tendierten hingegen seitwärts.

Das Ausmaß eines weiter durch höhere Inputkosten angetriebenen Inflationsanstiegs wird teilweise von der Preissensitivität der Verbraucher abhängen, aber auch davon, ob sich die Handelsspannungen zwischen den USA und ihren Handelspartnern weiter verschärfen. Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir weiterhin davon aus, dass die Kerninflation am Jahresende bei etwa 2,3% liegen wird, wobei die Handelspolitik der Trump-Regierung jedoch kurzfristig zu einer Aufwärtskorrektur unserer Inflationsprognosen führen könnte.

Insgesamt ändern die aktuellen Zahlen aber nichts an unserer Einschätzung, dass der Inflationsdruck in den USA kontrollierbar ist und bis zum Jahresende wahrscheinlich noch ein bis zwei Zinserhöhungen stattfinden werden. Die Fed dürfte sich gegenüber vorübergehenden Ausschlägen der Inflation aufgrund zunehmender Handelsspannungen toleranter zeigen und sich stattdessen darauf konzentrieren, die negativen Folgen für die Nachfrage der Endverbraucher in den USA einzudämmen.

Die Preise für Autos und Haushaltsgeräte sind gestiegen – eine Folge der Zölle?

Die Preise für Neu- und Gebrauchtwagen zogen den zweiten Monat in Folge an, nachdem sie im vergangenen Jahr größtenteils zurückgegangen waren. Autohersteller scheinen zumindest einen Teil der höheren Kosten für Stahl und Aluminium an ihre Kunden weiterzugeben: Die Inputpreise sind im Jahresvergleich aufgrund der verzögerten Auswirkungen der Erholung der globalen Industrieaktivität im Jahr 2017 und der kürzlich erhobenen Zölle auf den Import von Stahl- und Aluminiumprodukten um 10% bis 20% gestiegen. Die Autohersteller haben möglicherweise bereits ebenfalls damit begonnen, ihre Preise im Vorfeld potenzieller Strafzölle auf Automobile und Fahrzeugteile stärker anzuheben. Angesichts der von Präsident Donald Trump und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker erzielten Einigung Ende Juli dürfte die Einführung von Zöllen auf Autos jedoch weniger wahrscheinlich sein.

Die Preisanstiege bei großen Haushaltsgeräten (ohne Waschmaschinen) fielen ebenfalls beachtlich aus. Dies spiegelt womöglich die höheren Inputkosten bei Industriemetallen wider, wie etwa in der Autoindustrie. Die Hersteller könnten die Preise jedoch auch im Vorfeld der Einführung von US-Strafzöllen auf aus China importierte Geräte und zugehörige Teile stärker anheben.

Die höhere Empfindlichkeit der Verbraucher gegenüber Preisanstiegen bei langlebigen Gütern lässt vermuten, dass Hersteller möglicherweise nicht mehr in der Lage sind, die steigenden Inputkosten in dem Maße wie bisher an ihre Kunden weiterzugeben. Dem Bureau of Economic Analysis zufolge gingen die Autokäufe im Juni zurück, als die Preise zu steigen begannen. Erste Zahlen von WardsAuto weisen zudem darauf hin, dass die Anzahl der Käufe im Juli weiter sank. In der Vergangenheit führte ein Anstieg der Stahlpreise um 10% tendenziell zu einer Erhöhung der Preise für Neufahrzeuge von 1%. Diese Umwälzung der höheren Kosten auf die Verbraucher könnte jedoch geringer ausfallen, wenn ein Einbruch des Umsatzvolumens droht.

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Autor

Tiffany Wilding

Volkswirtin Nordamerika

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