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Der Wettlauf in eine emissionsfreie Welt: Herausforderungen und Chancen

Anleger sollten genau überlegen, wie gut ihre Portfolios für den Übergang in eine Welt ohne CO₂-Emissionen gewappnet sind – für uns ist das keine Frage des „Ob“, sondern nur noch des „Wann“.

Im Jahr 2019 wurden weltweit mehr als 59 Milliarden Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente in die Atmosphäre geblasen, was noch einmal zu den schon hohen und kontinuierlich steigenden CO₂-Konzentrationen beigetragen hat. Diese Emissionen verändern das Weltklima und sie lassen die globalen Durchschnittstemperaturen ansteigen. Dies ist der wissenschaftliche Konsens, der von den 190 Unterzeichnerstaaten des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015 akzeptiert wird. Das Abkommen setzte eine Frist: Es will in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts die Emissionen auf null reduzieren, um die globale Erwärmung auf 2,0 Grad Celsius zu begrenzen (und eventuell sogar auf 1,5 Grad), bezogen auf den vorindustriellen Durchschnitt. Ein im Jahr 2018 veröffentlichter Bericht des Weltklimarats kam zu dem Ergebnis, dass die Staaten ihre CO₂-Emissionen bis 2050 auf „netto null“ reduzieren müssen, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad des vorindustriellen Niveaus zu beschränken.

Die Auswirkungen der weltweit steigenden Temperaturen sind ein großes Risiko für die Allgemeinheit und die Ökosysteme, von denen ihre Existenzgrundlage abhängt. Es ist deshalb für viele Unternehmen und Länder eine zentrale Aufgabe, den Schaden und die finanziellen Verluste dieser Entwicklung zu begrenzen. Immer mehr Investitionen fließen deshalb in Projekte, deren Ziel es ist, die CO₂-Emissionen auf „netto null“ zu drücken. Um sich die Größe der Aufgabe bewusst zu machen, hilft es zu verstehen, was „netto null“ in diesem Kontext bedeutet: Es heißt nichts anderes, als dass für jedes CO₂-Molekül, das durch menschliche Aktivitäten in die Atmosphäre gelangt, an anderer Stelle eines gebunden, also „eingefangen“ und „eingespart“ werden muss. Um das zu bewerkstelligen, bedarf es vermutlich viel mehr als nur einer Neuausrichtung unserer Energieversorgung.

Umrüsten für „netto null“

Schon heute arbeiten geschätzt drei Millionen US-Amerikaner im Bereich „saubere Energien“, und nahezu die Hälfte aller neu geschaffenen Jobs in der Energiebranche sind „grün“. Tatsächlich ist das Berufsbild, das heutzutage in den USA am schnellsten wächst und am stärksten nachgefragt wird, der Service-Techniker für Windkraftturbinen. Für einige Beobachter steht fest: Die derzeit stattfindende Veränderung des Energiemix könnte ein ebenso tiefgreifender Wandel sein wie die Elektrifizierung im 19. Jahrhundert oder der Aufstieg des Verbrennungsmotors im 20. Jahrhundert. Allerdings bleibt bis dahin noch viel zu tun.

Viele Geschäftsbereiche gehen große Verpflichtungen mit Blick auf „grüne“ Technologien ein – sie planen entsprechend, bereiten den Wandel vor, ja verlagern sogar Betriebsstandorte, um für den Trend hin zu „netto null“ gerüstet zu sein. Auch die Finanzabteilungen müssen umgebaut werden, um dieses Ziel erreichen zu können. Die Institutional Investors Group on Climate Change (IIGCC), die 35 Investoren rund um den Globus mit insgesamt elf Billionen US-Dollar unter Verwaltung repräsentiert (darunter auch PIMCO), signalisierte kürzlich Unterstützung für das sogenannte Net Zero Investment Framework. Im April 2021 rief die IIGCC zum Beispiel die Bankenbranche dazu auf, sich ehrgeizigere Ziele zu setzen angesichts der geschätzt 3,8 Billionen US-Dollar, die jährlich notwendig sein werden für angebotsorientierte Investitionen, die den Übergang zu einer Energieversorgung mit weniger CO₂-Ausstoß fördern.

Der Werkzeugkasten der Anleger für ein „Netto null“-Portfolio

Regierungen, Unternehmen und Vermögensmanager kaufen und verkaufen Billionen von US-Dollar an Investmentprodukten, die an saubere Energien und breiter gefasste ESG-Initiativen (Environment, Social, Governance, also Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung) geknüpft sind. Deshalb wird der Trend zu „netto null“ die Marktpreise dieser Anlagen künftig stärker beeinflussen, ob sie nun „grün“ sind oder nicht. Auch Regulierungen, Kohlendioxid-Steuern und andere staatliche Maßnahmen werden die Marktpreise bewegen, genauso wie Verhaltensänderungen aufseiten der Verbraucher und sich wandelnde Geschäftsmodelle.

Investoren sollten deshalb genau überlegen, wie gut ihre Portfolios für solche Preisbewegungen gerüstet sind – denn für uns ist der Übergang zu „netto null“ keine Frage des „Ob“, sondern nur noch des „Wann“. Einige Branchen werden von den Wandel begleitenden Risiken stärker betroffen sein als andere. Am offensichtlichsten ist das in der Energiebranche, nicht nur bei den Ölgiganten, sondern auch bei den Versorgern. Das heißt nicht automatisch, dass Anleger aus fossilen Energieträgern aussteigen sollten – diese Entscheidung muss jeder Investor (oder jede Institution) für sich selbst treffen. Aber man sollte sich gedanklich damit befassen und sich aktiv darum bemühen, die Gewinner zu erkennen, um den Verlierern bei diesem Wandel in der Energiewirtschaft aus dem Weg zu gehen. Es wird darauf ankommen, jene Unternehmen zu identifizieren, die den Wandel von einer CO₂-intensiven zu einer CO₂-armen Weltwirtschaft anführen. Derzeit implementieren die Regierungen wichtiger Staaten ein Netzwerk aus regulatorischen Pflichten und Publizitäts-Anforderungen. Das wird zu größerer Transparenz beitragen und für die Entscheidungsfindung nützliche Kennzahlen der Emittenten zur Verfügung stellen.

Die Anleihen- und Kreditmärkte sind Dreh- und Angelpunkt beim Übergang zu „netto null“. Der globale Anleihenmarkt ist deutlich größer als der weltweite Aktienmarkt. Außerdem tendieren Anleihenemittenten dazu, den Kapitalmarkt häufiger zu nutzen. Der Markt für „grüne“, soziale und nachhaltige Anleihen ist groß und wächst weiter. Derzeit befinden sich solche Anleihen im Wert von 1,5 Billionen US-Dollar am Markt. Sie stammen von den unterschiedlichsten Emittenten: Das Spektrum reicht von Unternehmen bis zu Staaten, von Kommunalverwaltungen bis zu strukturierten Produkten. Das hat Chancen für Anleiheninvestoren geschaffen, aber es erhöht auch die Komplexität, wenn es darum geht, die Gewinner dieses gewaltigen Umbruchs zu identifizieren.

Die gute Nachricht lautet: Das Volumen des „grünen“ Markts für Geldanlagen wächst weiter und über alle Segmente hinweg. Letzten Endes ist es doch so: Wenn sich immer mehr Unternehmen das Ziel „netto null“ auf die Fahnen schreiben, dann können wir als Investoren weiter daran arbeiten, Lösungen zu entwickeln, die dieser Verpflichtung gerecht werden. Wir treten dann mit den Emittenten in einen Dialog ein und beobachten und überwachen ihre Fortschritte.

Im Vorfeld der 26. UN-Klimakonferenz der Vertragsstaaten (COP26), die im November 2021 stattfindet, werden wir wahrscheinlich eine Reihe neuer, noch ehrgeizigerer Vorstöße und Verpflichtungen vonseiten der Unternehmen und Regierungen sehen. Als Investoren können wir sowohl Firmen als auch Politiker dabei unterstützen, sich in die Richtung eines nachhaltigeren Wachstumsmodells zu bewegen, zum Nutzen aller.

Erfahren Sie mehr über das Thema ESG bei PIMCO und lesen Sie den jährlich erscheinenden ESG-Anlagebericht von PIMCO. Dieser gibt Einblick in den Markt für nachhaltige Anleihen, in Branchentrends und Investments in eine CO₂-emissionsfreie Zukunft.


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