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Hypothekenmarkt: Hilfe durch die Fed

Wir glauben, dass die Bemühungen der US-Notenbank und des US-Finanzministeriums zur Verbesserung der allgemeinen Marktliquidität beitragen, sich positiv auf die Preisgestaltung von US-Hypotheken auswirken und den Anlegern Chancen bieten werden.

Die heftigen Turbulenzen, die in den vergangenen Wochen an den Finanzmärkten auftraten, haben einige Anleger dazu verleitet, auf den US-Hypothekenmarkt als Quelle der Liquidität zurückzugreifen. Damit drücken sie die Bewertungen auf Niveaus, die Erinnerungen an 2008 wecken. Die jüngste Schieflage ist eine der sprunghaftesten und gravierendsten unserer Zeit – und das alles vor dem Hintergrund, dass es keine Bedenken in Bezug auf die Zahlungsfähigkeit der US-Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac gibt, im Gegensatz zur Lage während der Finanzkrise.

Wir glauben, dass die Volatilität am Hypothekenmarkt Druck auf das Finanzsystem ausübt; in ihrem Kern ist diese Verwerfung jedoch liquiditätsgetrieben und zählt somit zu jenen Arten von Störungen, für deren Bewältigung die US-Notenbank Fed bestens ausgestattet ist.

In der Tat haben die US-Währungshüter rasch mit unterstützenden Maßnahmen reagiert: Zinssenkungen um 150 Basispunkte (Bp), eine zusätzliche quantitative Lockerung (QE) über Ankäufe von US-Staatsanleihen im Wert von 500 Milliarden US-Dollar und Ankäufe von hypothekenbesicherten Wertpapieren (MBS) der US-Agencies im Wert von 200 Milliarden US-Dollar sowie ein Ende ihres Tapering-Programms – also keine weitere Verschlankung der Bilanz, in der weiterhin umfangreiche Bestände an Hypothekenanleihen vorhanden sind, die im Rahmen der QE-Programme zur Stützung des Wohnimmobiliensektors und der Wirtschaft erworben wurden. Während diese Schritte bislang erforderlich waren, reichten sie nicht aus, um die anhaltende Volatilität an den Hypothekenmärkten einzudämmen.

Unserer Einschätzung nach werden sich diese Schritte der Fed, ebenso wie ihre künftigen Maßnahmen, im Laufe der Zeit als förderlich für die Anlageklasse erweisen, und zwar aus zwei Gründen:

  1. Verringerung des Verkaufsdrucks: Angetrieben durch den rasanten Verfall der Aktienkurse drängten fremdfinanzierte Investoren an den Hypothekenmarkt – auf der Suche nach Liquidität in einem Umfeld, das bei Weitem nicht so liquide ist wie unter normalen Umständen. Die Hilfestellung der Währungshüter für Agency-MBS dürfte einen Teil der erzwungenen Liquidationen dieser Verkäufer unterbinden und somit die Hypothekenpreise stützen.
  2. Bessere Angebots-Nachfrage-Dynamik: Das erhöhte Angebot an Hypothekenpapieren, bedingt durch die niedrigeren Refinanzierungssätze, belastete den Hypothekenmarkt, ebenso wie die fortschreitende Bilanzverkürzung der US-Notenbanker. Indessen schätzen wir, dass die Fed durch die Einstellung ihres Tapering-Programms nun von einem Nettoverkäufer von jährlich 240 Milliarden US-Dollar zu einem Nettokäufer von jährlich 200 Milliarden US-Dollar wird – eine 440 Milliarden US-Dollar schwere Umstellung, die den Hypothekenpreisen Unterstützung bieten sollte.
  3. Unseres Erachtens werden sich die Bemühungen der US-Notenbank und des US-Schatzministeriums zur Steigerung der allgemeinen Marktliquidität positiv auf die Preisbildung am Hypothekenmarkt auswirken, was Gelegenheiten für Anleger eröffnet. Gegenwärtig sehen wir Wertpotenzial in Anlagen, die zu scheinbar historisch günstigen Bewertungen gehandelt werden.

    Zu diesen Vermögenswerten zählen Agency-MBS, die trotz ihrer Garantien der US-Regierung oder staatlicher Institutionen zu Preisen gehandelt werden, die zuletzt in der Finanzkrise aufgerufen wurden. Außerdem profitiert die Anlagegattung von den direkten Interventionen der Fed, die ihren Carry verbessern, sowie von den höchsten Hypothekenzinsen der vergangenen neun Monate, die das Vorauszahlungsrisiko mindern sollten. Diese Eigenschaften, kombiniert mit dem, was wir für attraktive Bewertungen halten, führen einige der besten technischen Faktoren herbei, die wir seit vielen Jahren in der Vermögensklasse beobachtet haben. In nächster Zeit dürfte unserer Auffassung nach eine stetige Verbesserung der Hypothekenspreads zu erkennen sein, die sich letztlich zurück zu ihrem fairen Wert bewegen.

    Eine Analyse des Hypothekenmarkts, keine ökonomische Sichtweise

    Bei einer Aufstockung von Hypothekenpapieren bleibt jedoch die Frage außen vor, ob oder wann sich die Wirtschaft und das Wachstum erholen werden. Wir bei PIMCO beurteilen Gelegenheiten auf der Basis der erhaltenen Entschädigung für die eingegangenen Risiken im historischen Vergleich. Diese halten wir im Falle von Agency-MBS und zum aktuellen Zeitpunkt für äußerst attraktiv.

    Allerdings wird es eine Weile dauern, bis der Hypothekenmarkt zu normaleren Bewertungen zurückkehrt, da die Wirkung der Notenbankmaßnahmen zeitverzögert auf den Markt durchschlägt und sich dort materialisiert. Die aktuelle Phase der Volatilität dürfte noch nicht vorüber sein, doch angesichts der positiven Fundamentaldaten, der verbesserten technischen Faktoren, der günstigeren Finanzierungsmöglichkeiten infolge der Liquiditätsspritzen in den Repomarkt und der Unterstützung von Zentralbank und Regierung glauben wir, dass Hypothekenanleihen eine der aussichtsreichsten Anlagechancen sind, die an den Märkten für qualitativ hochwertige Festzinsanlagen derzeit zur Verfügung stehen.

    Weitere Einschätzungen zur aktuellen Marktvolatilität und die Konsequenzen für Anleger lesen Sie auf unserer Seite Anlegen in unsicheren Zeiten.

    MEHR ERFAHREN

    Dan Hyman ist leitender Portfoliomanager für Agency-MBS bei PIMCO und verfasst regelmäßige Beiträge für den PIMCO-Blog. Ryan Murphy ist Stratege für festverzinsliche Anlagen mit Fokus auf Hypotheken- und Anleihenstrategien von PIMCO.

Autor

Daniel H. Hyman

Co-Head of Agency Portfolio Management

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