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Inflationszahlen sorgen am Markt für Erleichterung – vorerst

Unserer Ansicht nach könnte 2018 das Jahr sein, in dem die vorgefassten Meinungen zur Korrelation zwischen Aktien und Inflation auf die Probe gestellt werden, und die Reaktion des Marktes auf die schwachen Inflationsdaten im April scheint dies zu bestätigen.

Die Kerninflation des US-Verbraucherpreisindex (VPI) fiel im April niedriger aus als erwartet, gegenüber dem Vorjahr blieb sie jedoch unverändert bei 2,1%. Wir sehen mehrere Gründe für diese Entwicklung und gehen nach wie vor davon aus, dass die Kerninflation des VPI weiter steigen wird (auf 2,3-2,4%), bevor sie bis Ende des Jahres schließlich wieder auf 2,2% sinkt.

Doch das wohl Interessanteste des kürzlich veröffentlichten Berichts war die reflexartige Reaktion des Marktes: Aktien und Anlagen aus den Schwellenländern verzeichneten angesichts der großen Erleichterung eine Rally. Dies kann als weiterer Beleg für den Wandel angesehen werden, den wir bei der Risikowahrnehmung in Bezug auf die Inflation beobachten: Zuvor waren Anleger um eine zu geringe Inflation besorgt, nun aber sorgen sie sich zunehmend, dass sie zu stark werden könnte.

Ein Blick hinter die Zahlen

Die Preise für Gebrauchtfahrzeuge fielen auf Monatssicht so stark wie seit 2009 nicht mehr. Somit waren sie wesentlich für die im April verzeichnete Schwäche verantwortlich. Dennoch dürfte der jüngste Methodenwechsel erheblich zur Volatilität beigetragen haben. Angesichts der Tatsache, dass der Preisrückgang etwas größer war als in den Prognosen der Branchenindikatoren (einschließlich der Prognosen der National Automobile Dealers Association für den April), rechnen wir im nächsten Monat mit einem möglichen Trendwechsel.

In anderen Bereichen wuchs die Inflation stärker. Die Abwertung des US-Dollars scheint die Einzelhandelspreise endlich in die Höhe zu treiben, was der im April verzeichnete Preisanstieg bei den wichtigsten Einzelhandelsgütern (ohne Fahrzeuge und medizinische Güter) beweist. Diese Entwicklung stimmt mit den in der Vergangenheit beobachteten Verzögerungen in Bezug auf Änderungen des Dollarkurses und auf Änderungen der Preise wichtiger Konsumgüter überein. Vor allem bei Einrichtungsgegenständen fiel die Inflation besonders stark aus, was auch für größere Haushaltsgeräte und Waschmaschinen galt (wahrscheinlich ein Ausdruck der Auswirkungen der erhobenen Zölle). Bekleidung nahm den Trend mit einem Anstieg um 0,3% nach der Volatilität im ersten Quartal (vermutlich saisonal bedingt) wieder auf.

Sowohl die Mieten als auch die Mietäquivalente der Wohnungs- und Hauseigentümer fielen weiterhin solide aus, und das trotz des Umstandes, dass in einigen Großstädten nach wie vor viele Einheiten in Mehrfamilienhäusern leerstehen. Wir rechnen für 2018 weiterhin mit einer im Vergleich zum Vorjahr weitgehend stabilen Inflationsrate von 3,3% für die Mieten von Wohnimmobilien. Eine Zunahme leerstehender Mietwohnungen und -häuser dürfte die Inflation bei den zur Miete stehenden Wohnimmobilien dämpfen, obwohl der Erwerb von Eigentum aufgrund steigender Zinsen schwieriger geworden ist und die Lage an den Arbeitsmärkten allgemein angespannter ist.

Trendwende bei der Wahrnehmung des Inflationsrisikos

Unserer Ansicht nach könnte 2018 das Jahr sein, in dem die vorgefassten Meinungen zur Korrelation zwischen Aktien und Inflation auf die Probe gestellt werden, und die Reaktion des Marktes auf die schwachen Inflationsdaten im April scheint dies zu bestätigen.

Wenn sich die Inflation und die tatsächliche Wirtschaftsaktivität parallel zueinander entwickeln, gehen wir davon aus, dass die Korrelation zwischen Aktien- und nominalen Anleihenrenditen positiv ist. Doch wenn die Inflation steigt und die tatsächliche Wirtschaftsaktivität abnimmt, könnte die Wertentwicklung sowohl von Aktien als auch von nominalen Anleihen ins Straucheln geraten. Genau zu diesem Zeitpunkt würden wir eine Outperformance von inflationsindexierten Anleihen erwarten.

Die im Wandel befindlichen Korrelationen haben möglicherweise tief greifende Auswirkungen auf unseren Portfolioaufbau. Wir sind der Meinung, dass unterdurchschnittliche Break-even-Analysen von inflationsgesicherten US-Staatsanleihen (TIPS) sowie das Inflationsrisiko, das aufgrund des fiskalpolitischen Anreizes in einer späten Phase des Konjunkturzyklus, geopolitischer Risiken und Handelsspannungen steigt, möglicherweise aufzeigen, wie wichtig es ist, das Anlageportfolio gegen die Inflation abzusichern.

Wenn Sie mehr über unsere Inflationsprognosen für 2018 erfahren möchten, lesen Sie unseren Konjunkturausblick: Steht eine Kehrtwende bevor?

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Autor

Tiffany Wilding

Volkswirtin Nordamerika

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