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Der Wiederanstieg der Inflation signalisiert, dass China nicht länger Quelle globaler Disinflation ist.

Neben den jüngsten Daten zum chinesischen Verbraucherpreisindex deuten auch andere Anzeichen auf ein Fortbestehen der Inflation in China im kommenden Jahr hin.

Die soliden Daten zum chinesischen Verbraucherpreisindex im Februar deuten darauf hin, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt nicht länger Quelle globaler Disinflation ist.

Der chinesische Verbraucherpreisindex verzeichnete im Februar einen Wiederanstieg um 2,9% im Jahresvergleich. Dies ist der stärkste Anstieg seit 2013. Obwohl das chinesische Neujahrsfest im Februar die Lebensmittelpreise in die Höhe trieb, kletterte der weniger volatile Kernverbraucherpreisindex, in dem Lebensmittel und Energie nicht enthalten sind, um 2,5% im Jahresvergleich (gegenüber durchschnittlich 2,2% während der vergangenen drei Monate). Dies stellt den schnellsten Anstieg seit dem vierten Quartal 2011 dar. Unterdessen erhöhten sich die Preise für Dienstleistungen um mehr als 3% im Jahresvergleich – der schnellste Anstieg während der vergangenen sechs Jahre.

Wir gehen davon aus, dass der chinesische Verbraucherpreisindex diese Dynamik beibehalten und 2018 durchschnittlich 2,7% erreichen wird, was eine deutliche Veränderung gegenüber 2017 (1,6%) darstellen würde. Auch wenn der Verbraucherpreisindex damit deutlich unter dem Zielwert von 3% der chinesischen Zentralbank liegt, erwarten wir, dass diese während des laufenden Jahres mit der Normalisierung ihrer Geldpolitik fortfahren wird.

Inflationsdynamik in China

Neben den jüngsten Daten zum chinesischen Verbraucherpreisindex deuten auch andere Anzeichen auf ein Fortbestehen der Inflation in China im kommenden Jahr hin.

  • Angespannter Arbeitsmarkt und über dem Potenzial liegendes Wirtschaftswachstum: Laut dem Großteil der wissenschaftlichen Studien ist die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Chinas angesichts der alternden Bevölkerung des Landes allmählich rückläufig, während das BIP-Wachstum 2017 mit 6,9% über dem Potenzial lag. Die Zeichen am Arbeitsmarkt sind klar: Aus den hier verfügbaren verlässlicheren Umfragedaten geht hervor, dass die Arbeitslosenquote in den Städten auf ein Allzeittief von 4,98% gefallen ist. Die Zunahme der Erwerbskraft und der Lohnanstieg im hohen einstelligen Bereich dürften den Kernverbraucherpreisindex und die Preise für arbeitsintensive Dienstleistungen stützen.
  • Rückgang der industriellen Überkapazitäten aufgrund struktureller Reformen auf der Angebotsseite: Seit 2016 haben die politischen Entscheidungsträger Chinas bei der Schwerindustrie des Landes aggressive Kapazitätskürzungen vorgenommen. Gemäß unseren Schätzungen fand in den vergangenen zwei Jahren ein dauerhafter Abbau der Stahlkapazität um 120 Millionen Tonnen (15% der Gesamtkapazität) sowie der Kohlekapazität um 400 Millionen Tonnen (10% der Gesamtkapazität) statt. Infolgedessen kletterte die Kapazitätsauslastung der Industrieproduktion im vierten Quartal des Vorjahres von 73% (Stand vom ersten Quartal 2016) auf 78%, während Chinas Erzeugerpreisindex um knapp 11% zulegte. Trotz der Straffung der Geldpolitik sollte dieses deutlich verbesserte Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage nach industriellen Erzeugnissen dem Aufwärtstrend der Preise zugutekommen.
  • Eine stabile Währung: Im Gegensatz zu 2015/2016, als der chinesische Yuan unter beständigem Abwärtsdruck stand, entwickelt sich die chinesische Währung derzeit stabil, mit Tendenz nach oben. Neben den sinkenden Rohstoffpreisen war die starke Abwertung des Yuan vor zwei Jahren ein zentraler Übertragungskanal des Disinflationsdrucks Chinas auf die globale Wirtschaft. 2017 konnte die chinesische Zentralbank jedoch mittels einer Kombination aus makroprudenziellen Regulierungsmaßnahmen, Liquiditätskürzungen und sonstigen Interventionen das Gleichgewicht zwischen Währungsabflüssen und dem nun herrschen Aufwärtsdruck wiederherstellen.

Stabilität für 2018

Wir gehen davon aus, dass diese Bedingungen 2018 bestehen bleiben. Die Reflation in China wird aufgrund des angespannten Arbeitsmarktes und der steigenden Kernverbraucherpreise vermutlich anhalten. Unterdessen dürften die Disziplin auf der Angebotsseite und die Stabilität der Währung die disinflationären Effekte Chinas auf die Rohstoffpreise und die Wechselkurse abschwächen. Obwohl der Verbraucherpreisindex wahrscheinlich unterhalb des Zielwerts von 3% bleiben wird, gehen wir davon aus, dass sich die chinesische Zentralbank (unter der Leitung des neuen Gouverneurs Yi Gang) weiterhin auf ihr Ziel der "Normalisierung der Zinssätze und Kontrolle der finanziellen Risiken" konzentrieren und ihre allmählichen Zinserhöhungsschritte fortsetzen wird.

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