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Inflationserwartungen und Märkte: wenn Anleihen die Entwicklung von Aktien beeinflussen

Der Anstieg der Anleihenrenditen und die gleichzeitige Unsicherheit auf den Aktienmärkten sind unter Umständen auf eine geringfügige, jedoch wesentliche Änderung der Bemessung des Inflationsrisikos zurückzuführen.

Der Anstieg der Anleihenrenditen und die gleichzeitige Unsicherheit auf den Aktienmärkten sind unter Umständen auf eine geringfügige, jedoch wesentliche Änderung der Bemessung des Inflationsrisikos zurückzuführen. Dies hat starke Auswirkungen auf Aktien- und Anleihenanleger.

In den USA steigen sowohl die Inflationserwartungen als auch die reale Inflation. Zwar fiel der Anstieg bislang moderat aus: Der Kern-Verbraucherpreisindex (VPI) legte im Jahresvergleich von 1,8% im Oktober 2017 auf 2,1% im März 2018 zu, und die Break-even-Inflation (kurz BEI, das heißt der Spread zwischen den nominalen und den realen (sprich inflationsbereinigten) Renditen von US-Staatsanleihen mit derselben Laufzeit) für zehnjährige US-Staatsanleihen erhöhte sich im selben Zeitraum von 1,85% auf 2,15%. Dennoch befürchten viele Marktteilnehmer eine weitere Beschleunigung der Inflation in den USA. Die Gründe hierfür sind unter anderem die hohen Haushaltsausgaben aufgrund des Defizits, die wahrscheinliche Einführung von Importzöllen und die geopolitischen Unruhen im Nahen Osten.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang nicht nur der Inflationsanstieg, sondern auch der Wandel bei der Beurteilung des Inflationsrisikos durch die Anleger: Hatten diese in der Vergangenheit Angst vor einer Deflation beziehungsweise einer zu niedrigen Inflation, fürchten sie nun eine zu hohe Inflation.

Dies erklärt, wieso Anleihenrenditen in letzter Zeit gestiegen und Aktienkurse gefallen sind. Das ist ein Umstand, der viele Anleger irritiert, die bislang auf die "verlässliche" negative Korrelation zwischen Aktien- und Anleihenkursen zur Verringerung der Volatilität ihrer Portfolios vertraut haben. In den vergangenen Jahren war es so, dass Anleger, die ein zu hohes Aktienrisiko befürchteten, lediglich ihr Engagement am Anleihenmarkt erhöhen mussten, um das Aktienrisiko abzusichern. Wenn diese Strategie aber nicht mehr den gewünschten Erfolg bringt, was ist dann der nächste logische Schritt, den Anleger machen, um das Aktienrisiko zu senken? Richtig: Sie verkaufen Aktien. Dies erklärt zum Teil die jüngsten verwirrenden Kursschwankungen an den Aktienmärkten. Anleihen beeinflussen die Entwicklung von Aktien.

Ein längerfristiger Blick auf die Korrelation zwischen Aktien und Anleihen

Nichts von alledem geschah zwangsläufig unvorhergesehen. Wie wir in unserem jährlichen Asset-Allokation-Ausblick erläutert haben, zählen eine steigende Inflation, eine zunehmende Volatilität und die ungewöhnliche Korrelationen zwischen Aktien und Anleihen zu den Risiken, auf die sich Anleger 2018 einstellen sollten. Wie die nachfolgende Grafik zeigt, waren in den USA die Korrelationen zwischen Aktien und Anleihen drei Jahrzehnte lang bis zur Wende zum 21. Jahrhundert positiv und erlebten erst dann eine negative Trendumkehr, als es der US-Notenbank gelang, die Inflationserwartungen zu verankern.

Sie müssen eines wissen: Egal wie die kurzfristigen Korrelationen zwischen Aktien und Anleihen auch aussehen mögen, hochwertige US-Staatsanleihen waren in fast allen Rezessionen der vergangenen 60 Jahre gute Performance-Motoren. Weitere Einblicke hierzu finden Sie im kürzlich erschienenen Blickpunkt von PIMCO "Staatsanleihen, Aktien und Erschütterungen an den Märkten" von Jamil Baz und Steve Sapra.

Langfristig eingestellte Anleger, die hochwertige Anleihen zur Ertragsgenerierung oder zur Absicherung vor Rezessionen kaufen, dürften feststellen, dass ihre Zielsetzungen erfüllt werden. Diejenigen aber, die hochwertige Anleihen zu Absicherungszwecken für Schwankungen an den Aktienmärkten kaufen, müssen sich unter Umständen auf weitere Überraschungen gefasst machen.

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