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Asset‑Allokation‑Gesundheitscheck: Qualität und Flexibilität im Fokus

Die späte Phase eines Konjunkturzyklus kann für Fondsmanager besondere Herausforderungen bereithalten. Wir sind der Auffassung, dass sich diese am besten durch einen flexiblen Ansatz und einen Schwerpunkt auf Qualität bei der Strukturierung von Portfolios bewältigen lassen.

Im aktuellenKonjunkturausblick von PIMCO sprechen Joachim Fels und Andrew Balls von einem „Abstieg vom Konjunkturgipfel“ und einer Weltwirtschaft, die sich in der Endphase eines Konjunkturzyklus befindet. Diese späte Phase des Zyklus stellt Fondsmanager vor erhebliche Herausforderungen. Wir sind der Auffassung, dass sich diese am besten durch einen flexiblen Ansatz und einen Schwerpunkt auf Qualität bei der Strukturierung von Portfolios bewältigen lassen.

Ein fortschreitender Konjunkturzyklus führt zu einer Streuung der Renditen

Es mag 2009 zwar nicht den Anschein gehabt haben, aber rückblickend betrachtet hätte man nur investiert bleiben müssen, um über das vergangene Jahrzehnt eine insgesamt attraktive Performance zu erzielen. Die meisten Anlageklassen entwickelten sich gut, insbesondere auf risikobereinigter Basis, da die Marktvolatilität sehr gering war. Mit seinen Volatilitätsschüben im Februar und in der vergangenen Woche hat sich dieses Jahr jedoch bereits als schwieriger erwiesen.

Wenn man sich auf die Daten der Vergangenheit stützt, dürfte sich diese Volatilität fortsetzen. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs war die anlageklassenübergreifende Streuung der Renditen in den späten Phasen des Konjunkturzyklus stets höher (siehe Grafik).

Risk factor returns over the business cycle 1995-2018

Zwar herrscht kein vollständiger Konsens darüber, dass sich die Weltwirtschaft in einer späten Phase des Zyklus befindet – und mit Sicherheit wird man dies erst lange nach dem Überschreiten der Höchststände sagen können –, doch in diesem Jahr senden die Märkte starke Signale, dass wir uns in der zweiten Hälfte der Expansionsphase befinden. In der Regel profitieren Aktien tendenziell in späteren Phasen des Konjunkturzyklus, da sich das Gewinnwachstum fortsetzt. Das Jahr 2018 war in dieser Hinsicht bislang keine Ausnahme. Ein weltweites Gewinnwachstum von nahezu 20% im Vergleich zum Vorjahr (gemäß MSCI All Country World Index/Bloomberg) bot den Aktienmärkten Unterstützung, selbst als andere Anlageklassen Rückgänge verzeichnen mussten.

Die Herausforderung für Fondsmanager

Der fortschreitende Zyklus erschwert jedoch Entscheidungen hinsichtlich der Asset-Allokation. Historisch betrachtet waren Aktien in der zweiten Hälfte von Expansionsphasen die Vermögenswerte mit der besten Performance. Wenn sich der Zyklus jedoch wendet und eine unvermeidliche Rezession folgt, verzeichnet diese Anlageklasse tendenziell Verluste. Wenngleich die aktuelle US-Expansion die zweitlängste seit dem Zweiten Weltkrieg ist, gibt es nur wenige akute Anzeichen für ein Ende, und die Vorhersage der Wende gestaltet sich bekanntermaßen schwierig.

Wie können Anleger damit umgehen? Wir schlagen drei Schritte vor:

  • Unterziehen Sie Ihr Portfolio einem Gesundheitscheck. Überprüfen Sie die Zusammensetzung Ihres Portfolios, um die aktuelle Risikoverteilung nachzuvollziehen und zu verstehen, wie sich das Portfolio in einem ungünstigen Umfeld mit volatilen Anlageklassen und sich verändernden Korrelationen verhalten könnte. In diesen Phasen verändern sich tendenziell nicht nur die Risiken im Hinblick auf bestehende Anlagen, sie verlangen von Anlegern aufgrund von Barmittel- oder Neugewichtungsanforderungen in der Regel auch Portfolioumschichtungen. Es ist sinnvoll, ein Verständnis davon zu erlangen, wie groß das aktuelle Risiko ist, und mit der Planung für den Fall einer Konjunkturwende zu beginnen.
  • Erhöhen Sie die Flexibilität. Mit zunehmender Streuung innerhalb der und zwischen den Anlageklassen steigt die Bedeutung eines liquideren und flexibleren Portfolios. Versuchen Sie zu vereinfachen und vermeiden Sie weniger liquide Positionen, sofern Sie für das Illiquiditätsrisiko nicht angemessen entschädigt werden.
  • Legen Sie den Schwerpunkt auf Qualität. Streben Sie schließlich eine Erhöhung der Gesamtqualität Ihres Portfolios an. Das heißt: Konzentrieren Sie sich auf Länder, Branchen und Unternehmen, die robuster sind und mehr Spielraum zur Bewältigung eines ungünstigeren Umfelds haben. Dies gilt nach unserer Auffassung zwar für sämtliche Anlageklassen, auf die Aktienmärkte trifft es jedoch besonders zu. Die nachstehende Grafik veranschaulicht, dass sich Unternehmen mit besseren Qualitätsfaktoren, wie die Kapitalrendite und die Gewinnmargen, in späten Phasen des Zyklus tendenziell überdurchschnittlich entwickelt haben. Darüber hinaus zeigt sie, wie sich Unternehmen mit besseren Value-Faktoren tendenziell unterdurchschnittlich entwickeln und stattdessen in der unmittelbar auf eine Rezession folgenden Phase eine gute Performance erzielen.
Equity sharpe ratios across the business

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass aufgrund des voranschreitenden Konjunkturzyklus eine Vorbereitung von Portfolios zum jetzigen Zeitpunkt langfristig nicht nur Schutz in einem ungünstigen Umfeld bieten, sondern auch die Ausnutzung von wahrscheinlichen Marktunterschieden ermöglichen kann.

Erfahren Sie mehr über flexible Anlagestrategien.

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Autor

Geraldine Sundstrom

Head of Asset Allocation EMEA

Emmanuel S. Sharef

Portfoliomanager, Analysespezialist

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