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Immer Ärger mit der Fed: Was bedeutet das für den US‑Dollar?

US-Präsident Trump öffnet im kalten Währungskrieg eine neue Front.

US-Präsident Donald Trump eröffnete im kalten Währungskrieg eine neue Front: In einem Interview und auf Twitter beklagte er sich vor kurzem, dass die USA durch den starken US-Dollar benachteiligt sind und dass China sowie die Europäische Union ihre Währungen und Zinsen nach unten manipulieren.Darüber hinaus kritisierte der US-Präsident erstmals seit seinem Amtsantritt die US-Zentralbank für ihre geldpolitische Straffung. Er behauptete, diese würde „allem schaden, was wir getan haben“. Der Greenback kam seinem Wunsch sogleich nach und wertete nach den Tweets vom 20. Juli gegenüber den meisten Währungen ab.

Könnte dies das Ende der diesjährigen US-Dollar-Aufwertung sein und den Beginn einer neuen Dollar-Schwäche darstellen?

Faktoren, die den Dollar unterstützen

Die Abwertung des Dollars im vergangenen Jahr und die jüngste spontane Kursreaktion zeigen, dass ein neuer Abwärtstrend des Greenbacks möglich ist, da die Währungsmärkte verbale Interventionen der US-Regierung ernst zu nehmen scheinen. Eine anfängliche Marktbewegung, die beispielsweise durch eine Reihe von Tweets des Präsidenten ausgelöst wird, könnte zu einem sich selbst tragenden Trend werden, weil Währungsmärkte oft durch Modeerscheinungen und Momentummodelle beeinflusst werden.

Eine weitere Aufwertung der US-Währung ist unseres Erachtens aber während der kommenden Monate aus vielen Gründen recht wahrscheinlich.

1. Zu Beginn des Jahres 2017 schickten Äußerungen von Präsident Donald Trump und US-Finanzminister Steven Mnuchin den Dollar auf Talfahrt. Im Gegensatz zu damals scheint der Greenback derzeit aber nicht übertrieben stark zu sein.Trotz einer Aufwertung um 6% seit der Talsohle im Februar 2018 bleibt der US-Dollar-Index (DXY) 8% unter seinem Höchststand vom Dezember 2016.

2. Unterschiedliche Wachstumsraten: Die Abwertung des US-Dollars während des zurückliegenden Jahres wurde dadurch unterstützt, dass sich das Wachstum der restlichen Welt dem der USA stärker annäherte. In diesem Jahr wird die US-Wirtschaft aufgrund der fiskalpolitischen Impulse wahrscheinlich weiter stark wachsen, während sich Chinas Wirtschaft verlangsamt und das Wachstum der Eurozone nach einer deutlichen Verlangsamung im ersten Halbjahr 2018 (wenn auch ausgehend von einem hohen Niveau) nun erst zaghafte Anzeichen einer Stabilisierung zeigt.

3. Die Fed dürfte sich von den verbalen Attacken des US-Präsidenten nicht abschrecken lassen und mit ihrem Dotplot auf ihrem eigenen „angemessenen geldpolitischen Pfad“ fortschreiten. Die Unabhängigkeit der Fed kann nur durch ein Gesetz des Kongresses aufgehoben werden. Für ein derart folgenschweres Experiment würde sich wahrscheinlich keine Mehrheit finden. Sowohl der Fed-Vorsitzende Jerome Powell als auch der Fed-Offenmarktausschuss werden darauf erpicht sein, jegliche Anzeichen zu vermeiden, dass sie aufgrund der Beschwerden aus dem Weißen Haus einen Gang zurückschalten. Aus diesem Grund dürfte der Zinsunterschied zwischen den USA und anderen Industrieländern wohl weiter steigen, was den US-Dollar unterstützt.

4. China wird die Liquidität wohl weiter erhöhen, um den Schuldenabbau zu erleichtern und die Wirtschaft sowie die Anlagemärkte zu unterstützen. Dies deutet auf anhaltenden Abwärtsdruck für den Yuan gegenüber dem US-Dollar hin. Die chinesischen Behörden möchten eine starke und abrupte Währungsabwertung wahrscheinlich vermeiden, um die US-Regierung nicht weiter zu provozieren. Trotzdem ist mit einer weiteren Abwertung des Yuans zu rechnen.

5. Nicht zuletzt ist es wahrscheinlich, dass die Handelskonflikte zwischen den USA und anderen Ländern im Vorfeld der US-Zwischenwahlen im November anhalten, denn Umfragen zufolge kommen die harten Aussagen von US-Präsident Trump bei den republikanischen Wählern sehr gut an. Die Androhung von Zöllen auf zusätzliche chinesische Importe im Wert von 200 Milliarden US-Dollar und auf alle importierten Autos und Autoteile sind ernst zu nehmen und werden während der kommenden Wochen und Monate wohl eine stärkere Volatilität an den Finanzmärkten auslösen. Eine steigende Risikoabneigung unterstützt in der Regel Vermögenswerte aus den USA im Vergleich zu ausländischen Vermögenswerten, einschließlich des US-Dollars gegenüber den meisten Währungen (jedoch mit Ausnahme des Yen). Bei einem ausgewachsenen Handelskrieg – falls es denn so weit kommen sollte – gibt es zwar keine Gewinner, jedoch haben die USA weniger zu verlieren als Länder mit großen Handelsüberschüssen. Auch dies dürfte den US-Dollar unterstützen.

Der Wiedereintritt von Präsident Trump in den kalten Währungskrieg und die Aufnahme der Fed in die Liste seiner anvisierten Widersacher könnte also möglicherweise einen Abwärtstrend des US-Dollars auslösen. Die stark entgegenwirkenden Trends deuten jedoch darauf hin, dass eine weitere Aufwertung der US-Währung im restlichen Jahr wahrscheinlicher ist.

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Autor

Joachim Fels

PIMCO-Chefvolkswirt

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