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Die Fed wird aktiv, um die Funktionsfähigkeit des Staatsanleihenmarktes zu stärken

Die US-Notenbank kündigte am 12. März zwei Maßnahmen als Reaktion auf den angespannten Markt für US-Staatsanleihen an.

Als Reaktion auf die Verschlechterung der Liquiditätssituation und der Funktionsfähigkeit des Marktes für US-Staatsanleihen gab die Federal Reserve von New York am Donnerstag (12. März) bekannt, dass sie 1) die Laufzeitenstruktur der aktuell geplanten Ankäufe für das Reservenmanagement verändern und 2) umfangreichere und längerfristige Darlehen an Primärhändler vergeben wird. Ferner könnte sich die US-Notenbank, je nach den Verhältnissen an den breiteren Märkten, auf weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Märkte und der Wirtschaft vorbereiten.

In einem Blog-Beitrag, der erst kürzlich veröffentlicht wurde („Wenn Zinssenkungen und quantitative Lockerung wirkungslos sind“, warnten wir vor potenziellen weiteren Marktspannungen und diskutierten, ob und wie die Fed mit gezielten Programmen reagieren könnte. Mit ihrer Bekanntgabe vom vergangenen Donnerstag taten die US-Währungshüter genau dies.

Antwort auf die Liquiditätsengpässe am Markt für US-Staatsanleihen

Während der zurückliegenden Tage wurde die Liquidität am US-Staatsanleihenmarkt knapp, als ein Anstieg der allgemeinen Marktvolatilität eine Verkaufswelle von „off-the-run“-Bonds auslöste. Veranlasst wurden diese Verkäufe überwiegend von Anlegern, die Fremdkapital nutzen, um ihre Arbitrage-Gewinne aufgrund des Rendite-Spreads zwischen US-Staatsanleihen und anderen Marktinstrumenten, einschließlich Treasury-Futures, zu steigern. Diese Verkaufswelle, gepaart mit den allgemeinen Mittelabflüssen aus den festverzinslichen Märkten, zwang das System dazu, binnen weniger Tage ein beträchtliches Volumen von Anleihen zu absorbieren.

Die am Donnerstag beschlossenen Maßnahmen der US-Notenbank sollten letzten Endes dazu beitragen, einen geordneteren Handel zu ermöglichen, da diese umfangreichen Positionen nun liquidiert werden. Durch die Vergabe von Termindarlehen an Primärhändler und die Aufstockung der eigenen Käufe von „off-the-run“-Staatsanleihen stärken die US-Notenbanker die Fähigkeit der Märkte, ihre Funktion als Finanzmittler zu erfüllen.

Weitere Spannungen

Möglicherweise reichen diese Maßnahmen schlussendlich jedoch nicht aus. Auch an anderen Märkten sind die Handelsbedingungen angespannt. Nach Angaben von Bloomberg liegt etwa der Rendite-Spread zwischen hypothekenbesicherten Wertpapieren (MBS) der US-Agencies und zehnjährigen US-Staatsanleihen auf dem höchsten Niveau seit der Finanzkrise 2008, was nahelegt, dass der Druck an diesem Markt eine effektive Transmission der Geldpolitik verhindert.

Des Weiteren könnte die Problematik am Markt für US-Staatsanleihen eine Vorschau auf breitere Marktturbulenzen sein, wenn Unternehmen und Verbraucher stärker durch Störungen im Zusammenhang mit Covid-19 belastet werden und sich die Kreditfundamentaldaten verschlechtern.

Optionen der Politik

Unter diesen Voraussetzungen könnte die Fed einen Mix aus gezielten Instrumenten zur Stärkung der Märkte und generellen Maßnahmen zur Lockerung der Geldpolitik und der finanziellen Rahmenbedingungen in Aussicht stellen, um die Wirtschaft zu unterstützen.

Wir halten es für wahrscheinlich, dass die US-Notenbank die Fed Funds Rate auf null senken und bekräftigen wird, alles Notwendige zu tun, um die Märkte zu stützen. Für eine weitere Lockerung der finanziellen Rahmenbedingungen könnte die Fed außerdem Pläne für breiter aufgestellte Anleihenkäufe verkünden, einschließlich MBS, und überdies betonen, dass sie bereit ist, im Falle weiterer Marktspannungen gezielte Unterstützungsmaßnahmen zu ergreifen.

Tiffany Wilding ist US-Ökonomin bei PIMCO. Rick Chan ist Portfoliomanager und konzentriert sich auf globale Makrostrategien und Relative Value Trading von Zinssätzen. Beide schreiben regelmäßig Beiträge für den PIMCO Blog.

Autor

Tiffany Wilding

Volkswirtin Nordamerika

Rick Chan

Portfoliomanager, Zinsderivate

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