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Schwellenländer: Sie behaupten sich gegen die höhere Volatilität.

Während der zweitstärksten Neubewertung der Renditen von US-Staatsanleihen seit 2013 haben Schuldtitel der Schwellenländer die Performance von Aktien und Öl und das Beta von US-Staatsanleihen bisher deutlich übertroffen.

Während der zweitstärksten Neubewertung der Renditen von US-Staatsanleihen seit 2013 haben Schuldtitel der Schwellenländer und insbesondere Anleihen in Lokalwährung die Performance von Aktien und Öl und das Beta von US-Staatsanleihen deutlich übertroffen. In starkem Gegensatz zum „Taper Tantrum“ vor fast fünf Jahren tragen die Schwellenländer diesmal nicht die Hauptlast des Schocks.

Nach unserer Auffassung reflektiert diese Stabilität in den Schwellenländern den Umstand, dass sie die meisten Zahlungsbilanzprobleme in den vergangenen paar Jahren gelöst haben (wobei die Türkei eine erwähnenswerte Ausnahme bildet). Außerdem zieht das Wachstum in den Schwellenländern an, die Inflation ist eingedämmt, und das Risiko einer Konjunkturabschwächung in China wird durch die Stärke der weltweiten Nachfrage gemildert.

Stabilität der lokalen Märkte

Trotz der relativen Stärke an den lokalen Märkten müssen die Anleger nach wie vor umsichtig sein: Die Schwellenländer bleiben die weltweiten „Übernehmer der Bedingungen“ und reagieren im Wesentlichen auf die weltweiten Geldpolitiken und Entwicklungen. Daher ist es klug, sich auf die chancenreichen Teile der Anlageklasse zu konzentrieren, in denen Werthaltigkeit, Carry und starke Fundamentaldaten bei der Absicherung gegen plötzliche Änderungen dieser Bedingungen helfen können.

Bei den Währungen der Schwellenländer bieten beispielsweise eine klarere Positionierung, günstige Bewertungen und ein hohes Carry derzeit im Vergleich zu den Turbulenzen an den Anleihenmärkten ein potenziell attraktives Renditeangebot. Wir bevorzugen weiterhin einen ausgewählten Korb von Schwellenländerwährungen, der eine Kombination aus Werthaltigkeit, zyklischer Stärke und Rendite darstellt und zudem große Diversifizierungsvorteile bietet.

Wegen der zunehmenden Korrelation zwischen den meisten Währungen sowie den risikoreichen Anlagen und einem über einen großen Teil des vorigen Jahres abwertenden US-Dollar ist es jetzt besonders wichtig, die spezifischen politischen Risiken zu verstehen und sich auf die Reformthemen zu konzentrieren – wie in Südafrika, Mexiko und Argentinien.

Die Renditekurven lokaler Schwellenländeranleihen bleiben zum größten Teil steil, wofür Brasilien und Südafrika solide Beispiele geben. Da der Konjunkturzyklus der Schwellenländer weniger weit fortgeschritten ist als jener der USA und der Industrieländer im Allgemeinen, sind die Schwellenländer derzeit weniger anfällig für Inflationsüberraschungen. Im Gegensatz dazu sticht Mexiko als einer der letzten potenziellen Disinflationsfälle der Schwellenländer hervor. Die Anleger werden jedoch Geduld haben müssen.

Bei den Auslandsschulden der Schwellenländer haben Beteiligungen an ETFs und die verminderte Liquidität während der jüngsten globalen Marktvolatilität ihren Tribut gefordert. Passive Fonds, einschließlich der ETFs, handeln tendenziell prozyklisch (kaufen zu einem hohen Kurs und verkaufen zu einem niedrigen Kurs), was die Wertentwicklung beeinträchtigen kann, wenn die Märkte zurückgehen. Diese Tendenz dürfte die Reputation passiver Strategien bei einer anhaltenden Volatilität weiter belasten.

Welches sind die Grenzen der Widerstandskraft der Schwellenländer?

In vergangenen Konjunkturzyklen hat eine allmähliche Spread-Verengung als Reaktion auf ein viel stärkeres Wachstum die Unternehmensanleihensektoren, einschließlich der Schwellenländer, nicht geschwächt. Dieser Umstand und das Fehlen größerer Ungleichgewichte in den Schwellenländern bestimmen letztlich unsere positive Einschätzung dieser Anlageklasse, trotz der jüngsten Volatilität und der Indexverluste, seit die Aktienmärkte am 26. Januar einen Höchststand erreicht hatten.

Abgesehen von den zahlreichen Wahlen, die in diesem Jahr anstehen, dürften die Risiken für die Anlageklassen die gleichen bleiben: ein möglicher starker Anstieg der Volatilität des Anleihenmarktes, verbunden mit dem Gespenst der Inflation, und die Möglichkeit eines Einbruchs der Ölpreise. Doch selbst wenn sich diese Risiken verwirklichen, rechnen wir mangels einer starken Zunahme der Unternehmensanleihen im derzeitigen Konjunkturaufschwung nicht damit, dass die Schwellenländer im Epizentrum einer Neubewertung risikoreicher Anlagen stehen würden. Und im Vergleich zu anderen festverzinslichen Anlagen bieten die hohen Realrenditen in den Schwellenländern eine potenzielle Absicherung.

Vorausplanen

Wie der frühere US-Präsident Dwight Eisenhower es mit ähnlichen Worten ausgedrückt hat, können Pläne in zunehmend unsicheren Zeiten nutzlos sein; dennoch ist Planung unerlässlich. Vor diesem Hintergrund ziehen wir für Anlagen vier Schlussfolgerungen aus der zyklischen Neubewertung der festverzinslichen Anlagen und dem beginnenden Anstieg der Aktienmarktvolatilität.

  • Wir sehen wenig Gründe, warum wir versuchen sollten, Markttiefstände wahrzunehmen, während die Finanzbedingungen in den USA zyklisch zu einer Neubewertung auf angemesseneren Niveaus führen. Es wird wahrscheinlich eine Weile dauern, bis die Kapitalabflüsse von Publikumsfonds aus Schwellenländern nachlassen, auch wenn sich die Volatilität abschwächt. Nachdem eine lange Spanne von Kapitalzuflüssen vorausgegangen war, werden Privatanleger möglicherweise zögern, ihr Geld einzusetzen, solange die Kapitalflüsse den entgegengesetzten Weg nehmen.
  • Die Kapitalflüsse hinken typischerweise der Performance hinterher. Somit dürften die wenig durchdachten Verkäufe, als Folge der Abflüsse von Privatanlegerkapital, gute Relative-Value-Gelegenheiten schaffen.
  • Es ist wichtig, Unternehmensanleihen zu ermitteln, die am stärksten von den lockeren Finanzierungsbedingungen profitiert haben und tatsächlich von ihnen abhängig waren (man denke etwa an Ecuador). Da diese Länder mit schwierigeren Bedingungen konfrontiert sind, einschließlich des verminderten Zugangs zu Auslandsfinanzierungen, ist eine Schwächung ihrer Währungen und Credit-Spreads vorprogrammiert.
  • Da die „risikolosen Zinssätze“ in den USA steigen, wird es ebenfalls zunehmend wichtig, Barmittel zu halten. Barmittel können einen Puffer bilden, und die Anlageklasse der Schwellenländer würde hart getroffen, wenn die US-Geldpolitik sich unerwartet restriktiv entwickelt oder der abwertende Dollar abrupt seinen Kurs ändern sollte. Barmittel können auch als „trockenes Pulver“ dienen. Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen heute und vor fünf Jahren: Bessere Fundamentaldaten dürften in Phasen von Kapitalabflüssen ausgewählte Kaufgelegenheiten in Schwellenländern schaffen – worauf wir vorbereitet sein wollen.

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Autor

Yacov Arnopolin

Portfoliomanager, Schwellenländer

Pramol Dhawan

Gene Frieda

Globaler Stratege

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Als „risikofreier“ Zins kann die Rendite einer Anlage verstanden werden, die in der Theorie keinerlei Risiko aufweist. Dies impliziert, dass jedes zusätzliche Risiko mit einer zusätzlichen Rendite belohnt werden muss. Alle Investitionen bergen Risiken und können an Wert verlieren.

Anlagen in Wertpapieren, die auf Fremdwährungen lauten und/oder im Ausland begeben wurden, können mit höheren Risiken aufgrund von Wechselkursschwankungen sowie wirtschaftlichen und politischen Risiken behaftet sein. Dies gilt vor allem für Schwellenländer. Wechselkurse können innerhalb kurzer Zeit erheblich schwanken und die Rendite eines Portfolios schmälern.  Anlagen am Anleihenmarkt unterliegen Risiken wie z. B. Markt-, Zins-, Emittenten-, Kredit-, Inflations- und Liquiditätsrisiken. Der Wert der meisten Anleihen und Anleihenstrategien wird durch Zinsänderungen beeinflusst. Anleihen und Anleihenstrategien mit längerer Duration sind häufig sensitiver und volatiler als Wertpapiere mit kürzerer Duration; die Anleihenpreise sinken in der Regel, wenn die Zinsen steigen, und das aktuelle Niedrigzinsumfeld erhöht dieses Risiko. Aktuelle Verringerungen der Kreditfähigkeit des Anleihe-Kontrahenten können zu einer niedrigeren Marktliquidität und einer höheren Kursvolatilität beitragen. Der Wert von Anlagen in Anleihen kann bei der Rücknahme über oder unter dem ursprünglichen Wert liegen. Diversifikation schützt nicht vor Verlusten. Es wird keinerlei Gewähr dafür übernommen, dass die angegebenen Anlagestrategien in jedem Marktumfeld erfolgreich durchsetzbar sind und sich für jeden Anleger eignen. Investoren sollten daher ihre Möglichkeiten eines langfristigen Engagements insbesondere in Phasen rückläufiger Märkte überprüfen. Anleger sollten vor einer Anlageentscheidung ihren Anlageexperten konsultieren.

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