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Bericht aus Davos: neue Instrumente für die Globalisierung

Durch eine bessere Einbindung von Nachhaltigkeitsthemen an den Märkten, in Unternehmen und bei der Geldanlage könnte die Globalisierung zu einem stabileren, nachhaltigeren und integrativeren Prozess werden.

Die Diskussionen und Debatten auf dem diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos entwickelten sich zur Selbstanalyse. So rangen die Organisatoren und Teilnehmer um einen Blick in die Zukunft der Globalisierung in einer Welt, die geprägt ist von Nationalismus, Protektionismus und sozialen Spannungen infolge wirtschaftlicher Ungleichgewichte.

Die Abwesenheit der Präsidenten Donald Trump und Xi Jinping – und damit ihrer waghalsigen politischen Manöver – gab den Teilnehmern in vielerlei Hinsicht genügend intellektuellen Freiraum, um ernsthaft über das übergeordnete Thema der Konferenz, die „Globalisierung 4.0“, nachzudenken.

Wichtige Beobachtungen und Ergebnisse des diesjährigen Forums:

  • Es herrscht nun weitgehende Einigkeit darüber, dass der in Davos über viele Jahre hinweg verteidigte, reine Globalisierungsprozess (man könnte ihn Version 1.0, 2.0 oder 3.0 nennen) zwar positive Auswirkungen hatte, insbesondere im Hinblick auf das Wachstum der Gesamtwirtschaft und den allgemeinen Rückgang der Armut, jedoch auch negative Folgen mit sich bringt, vor allem in Verbindung mit Problemen wie der wirtschaftlichen Ungleichheit und der Umweltzerstörung. So verzeichnete das Edelman Trust Barometer eine deutliche Vertrauenslücke zwischen Arm und Reich auf der Welt, was einer der wichtigsten Faktoren sein dürfte, die der populistischen Gegenbewegung Auftrieb verleihen.
  • Wie viele Teilnehmer äußerten, gefährdet die nationalistische Ablehnung des Multilateralismus und der seit Langem bestehenden liberalen Wirtschaftsordnung (einschließlich dem auf Regeln beruhenden offenen Handel) die internationale Stabilität sowie den allgemeinen Wohlstand. Ein energischeres Eintreten für diese Normen – und die für sie stehenden Institutionen – sowie eine Bekräftigung des Bekenntnisses zu ihnen sind für viele daher unerlässlich.
  • Die geplanten Maßnahmen in den Bereichen ESG (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) und Nachhaltigkeit, einschließlich der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDG), erachteten viele Teilnehmer als zumindest partiellen Lösungsansatz. Durch eine bessere Einbindung von Nachhaltigkeitsthemen an den Märkten, in Unternehmen und bei Anlagen könnte die Globalisierung zu einem stabileren, nachhaltigeren und integrativeren Prozess werden und gleichzeitig der Gefahr eines unkontrollierbaren Klimawandels entgegentreten.
  • In einer von PIMCO und UN Global Compact gemeinsam geleiteten Diskussionsrunde erörterten Führungskräfte aus der Privatwirtschaft und politische Entscheidungsträger, wie neue Wege und Strategien entwickelt werden können, um wirtschaftliche Chancen zu eröffnen, ohne dabei auf die Verwirklichung der SDG zu verzichten.
  • Nach Ansicht von Scott Mather, PIMCO CIO U.S. Core Strategies, könnten Marktinnovationen wie SDG-Anleihen umfangreiche Anlagemöglichkeiten eröffnen und gleichzeitig die neue Ära des „Impact Investing“, d. h. das Bemühen um eine Verbindung von Rentabilität und positiven sozialen und ökologischen Auswirkungen, begründen. Mather forderte die Unternehmen und Regierungen dazu auf, zur Finanzierung ihrer Nachhaltigkeitsziele mehr auf solche Instrumente zu setzen.
  • Darüber hinaus kündigte Lise Kingo, CEO von UN Global Compact, während einer Sonderdiskussionsrunde von PIMCO eine globale Handlungsaufforderung an, die Unternehmen und Investoren auf der ganzen Welt dazu bewegen soll, die SDG zu übernehmen und Investitionen sowie Finanzierungen auf derenUmsetzung auszurichten.

Dies sind einige der wichtigsten Ergebnisse von Davos. Damit ein neuer Ansatz mit anderen Instrumenten mehr Menschen Wohlstand, Erfolg und Wohlergehen zuteil werden lässt, ist es von zentraler Bedeutung, die Globalisierung 4.0 auszugestalten und umzusetzen.

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Autor

Gavin Power

Chief of Sustainable Development and International Affairs

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